Pressemitteilung: So wollen die OB-Kandidat*innen das Ehrenamt stärken

Freiburg, 14.04.2026 – Zivilgesellschaftliches Engagement prägt die demokratische Stadtgesellschaft Freiburgs. Tausende Ehrenamtliche engagieren sich täglich in Vereinen, Initiativen und Projekten. Allein im Haus des Engagements (HdE) setzen sich regelmäßig rund 7.000 Aktive für das Gemeinwohl, die Umwelt und soziale Gerechtigkeit ein. Im HdE finden sie Räume, Vernetzung und Qualifizierung.

Vor der Oberbürgermeisterwahl wurden die Kandidat*innen vom HdE zu ihren Plänen für die Förderung des Ehrenamts befragt. Aus dem demokratischen Spektrum haben geantwortet (in alphabetischer Reihenfolge): Florian Braune (Freie Wähler), Martin Horn (parteilos), Dejan Mihajlovic (parteilos), Monika Stein (parteilos), Achim Wiehle (parteilos).

Während sich alle Bewerber*innen grundsätzlich zur hohen Bedeutung des Ehrenamts bekennen, unterscheiden sich ihre Ansätze und politischen Schwerpunktsetzungen teils deutlich. Einig sind sich alle bei der sehr großen Rolle des Ehrenamts für den Erhalt der Demokratie sowie für den sozialen Zusammenhalt.

OB-Wahl entscheidet auch über künftige Förderung des Ehrenamts
Aus Sicht des Hauses des Engagements wird deutlich: Die Oberbürgermeisterwahl wird auch zur Richtungsentscheidung für das Ehrenamt in Freiburg, denn es herrschen unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie es konkret gestärkt werden soll.

Positiv ist, dass mehrere Kandidat*innen die Notwendigkeit struktureller Unterstützung betonen, etwa durch Beratungsangebote, bessere Vernetzung oder den Ausbau von Räumen. Auch die Bedeutung von Anerkennung und gesellschaftlicher Teilhabe wird vielfach hervorgehoben.

Gleichzeitig bleibt die langfristige und verlässliche Finanzierung von Strukturen für Engagement eine zentrale Herausforderung. Zwar wird ihre Bedeutung von vielen anerkannt, konkrete und belastbare Modelle über projektbezogene Förderung hinaus sind jedoch bislang nur in Ansätzen erkennbar. Für eine stabile Engagementlandschaft braucht es jedoch Planungssicherheit, verbindliche Zusagen und unbürokratische Förderzugänge.

Christiane Felder (Co-Geschäftsführung im HdE): „Wer Engagement in Freiburg stärken will, muss die Strukturen stärken, die es überhaupt erst möglich machen. Ehrenamt braucht hauptamtliche Unterstützung: Menschen, die koordinieren, beraten, begleiten und verlässlich ansprechbar sind. Was wir brauchen, ist eine verlässliche Grundförderung, die tragfähige Strukturen sichert. Hier erwarten wir uns Unterstützung durch die / den künftigen Oberbürgermeister*in.“

Folgende Akzente setzen die Kandidat*innen in ihren Antworten:

Räume, Teilhabe und struktureller Wandel
Einige Kandidat*innen legen den Schwerpunkt stärker auf gesellschaftliche Teilhabe und infrastrukturelle Voraussetzungen. Dejan Mihajlovic plädiert für sogenannte „Dritte Orte“ in allen Stadtteilen – offene, konsumfreie Begegnungsräume, die ehrenamtliches Engagement erleichtern und breitere Bevölkerungsschichten einbinden sollen. Ergänzend schlägt er „neue Beteiligungsformate wie einen Bürger*innenrat“ vor.

Auch Monika Stein hebt die Bedeutung von Räumen hervor: Barrierefreie, bezahlbare und flexibel nutzbare Quartiersräume seien entscheidend für funktionierendes Engagement. Zudem fordert sie „niedrigschwellige Verwaltungsstrukturen, feste Ansprechpersonen bei der Stadtverwaltung und eine Vereinfachung der Ehrenamtskarte“

Strukturelle Unterstützung und Beratung im Fokus
Andere Kandidat*innen setzen auf den Ausbau konkreter Unterstützungsstrukturen. OB-Kandidat Florian Braune schlägt die Einrichtung einer zentralen Beratungsstelle vor, die Ehrenamtliche bei rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Fragen unterstützt. Ziel sei es, „Risiken für Engagierte zu minimieren“.

Ähnlich argumentiert Achim Wiehle, der ein eigenes „Referat für Bürgerschaftliches Engagement“ direkt beim Oberbürgermeister einrichten möchte. Dieses soll als zentrale Schnittstelle dienen, Beratung leisten, Netzwerke stärken und neue Formate wie eine Ehrenamtsmesse etablieren.

Anerkennung und gezielte Aktivierung neuer Zielgruppen
Martin Horn setzt auf Kontinuität und gezielte Weiterentwicklung bestehender Strukturen. Sein Fokus liegt insbesondere darauf, neue Zielgruppen für das Ehrenamt zu gewinnen, etwa im Bereich der Demokratieförderung. Zudem betont er die Bedeutung von Anerkennung und Sichtbarkeit durch die „Präsenz von Politiker*innen“. Ziel sei es, die Zahl der Engagierten weiter zu steigern und Freiburg als „engagierte Stadt“ zu stärken.

Alle Antworten der Kandidat:innen sind hier zu finden: https://haus-des-engagements.de/ob-wahlpruefsteine/

Kontakt: Christiane Felder (Co-Geschäftsführung), christiane.felder@haus-des-engagements.de, 0761-60064411

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