Idee

Es ist Zeit für ein großes Zentrum des bürgerschaftlichen Engagements: sozial, ökologisch, ökonomisch, global denkend und nachhaltig. Als Werkstatt und Treffpunkt zum Arbeiten, Planen, Austauschen, Fortbilden, Feiern. Einen Platz für Vielfalt und Begegnung – für Sitzungen, Büroarbeit, Veranstaltungen, Fortbildungen, Bibliotheken, kulturelle Aktivitäten und vieles mehr.

Seit langem gibt es Ideen wie ein Eine-Welt-Haus mit z.B. einem globalen Klassenzimmer, ein Haus der Kulturen für Migrantenorganisationen oder ein Haus der Umwelt für Umweltorganisationen. Alles das ließe sich im Haus des Engagements zusammenführen. Es wäre ein Projekt, das einer „Green City“ wie Freiburg sehr gut anstünde. In anderen Städten wurde ein solches Haus – auf sehr unterschiedliche Art und Weise – bereits realisiert.

Nachhaltigkeit

Für das Haus des Engagements ist Nachhaltigkeit das übergreifende Ziel, das ökologische, soziale und ökonomische Ziele miteinander verbindet, um eine zukunftsfähige globale Gesellschaft anzustreben. Eine, die gleichermaßen Solidarität stiftet, die Umwelt schützt und Wohlstand schafft. Der Treffpunkt Freiburg und das Eine Welt Forum fühlen sich seit ihrer Gründung diesem Ziel verbunden, sie entstammen dem seit 1996 laufenden Freiburger Nachhaltigkeitsprozeß (Lokaler Agenda 21-Prozeß).
Engagement systematisch fördern

Das Haus des Engagements soll Engagierten die ganze Bandbreite an notwendiger Unterstützung geben – Räume & Fortbildungen, Öffentlichkeitsarbeit & Vernetzung und vieles mehr. Wir wollen Hilfe zur Selbsthilfe ebenso bieten wie verlässliche, dauerhafte hauptamtliche Begleitung. Wie schon seit dem Jahr 2000 im Treffpunkt Freiburg sollen z.B. kostenlose oder kostengünstige Räume die Arbeit der Engagierten erleichtern.
Selbstverwaltung und Fachlichkeit

Das Haus des Engagements wird von Engagierten selbst verantwortet. Sie haben den aus der eigenen Erfahrung stammenden Blick für das, was Ehrenamtliche brauchen. Das Haus steht gleichzeitig in engem Kontakt mit der Engagementforschung – mit dem systematischen Blick auf die generelle Entwicklung des Bürgerengagements und die Herausforderungen seiner Förderung.
Die Mischung machts

Um die gesellschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen, braucht es eine neu austarierte Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft, Staat und Wirtschaft. Dafür steht auch die Diskussion um einen neuen „Welfare Mix“ – jeder Bereich hat seine eigene Logik, die es zu respektieren und vermitteln gilt. Dazu will das Haus des Engagements beitragen – als „Hybride Organisation“ (ähnlich einem Sozialunternehmen), die das beste aus allen Bereichen anstrebt: die Spontaneität und Basisdemokratie der Zivilgesellschaft, die Effizienzorientierung der Wirtschaft und die Kontinuität des Staates.
Platz für Vielfalt

In unserem Haus sollen vielfältige Gruppen und Vereine bürgerschaftlichen Engagements einen Ort haben. Ob Umwelt oder Soziales, Eine Welt-Arbeit oder Bürgerverein, Migrantenorganisationen oder Suchhundestaffel, ob Kulturverein, Repaircafé oder Selbsthilfegruppe – alle Engagementbereiche sind uns willkommen. Aus der Vielfalt und der räumlichen Nähe kann Neues entstehen; wir schaffen Gelegenheit für Synergien, die die Kreativität und Zusammenarbeit anregen.
Stadtteiltreff

Das Haus des Engagements soll auch ein Ort für den Stadtteil sein – für Büro und Veranstaltungen des Bürgervereins ebenso wie für private Veranstaltungen der BürgerInnen. Die Vernetzung mit dem Stadtteil ist ein Teil des Konzepts.
Die Wirtschaft mit an Bord

Wir schaffen auch Raum für Unternehmen, vorrangig solche, die sozialökologische Vorreiter sind und damit besonders gut zum Haus des Engagements passen. Sie tragen mit ihrer Miete nicht nur zur Finanzierung des Gesamtprojekts bei, sondern sind eingeladen, Teil eines kreativen Hauses zu werden, das neue Ideen und unvermutete Kooperationen ermöglicht. Die Idee von co working spaces passt gut zu diesem Haus; und für Besprechungen und Veranstaltungen können Räumlichkeiten nach Bedarf dazu gebucht werden.

Warum?

Nicht-Nachhaltigkeit schafft immer größere Herausforderungen

Umweltschäden, soziale Spaltung und instabile Wirtschaft – und damit beispielsweise globale Fluchtursachen. Die Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Bereichen und Zielen ist so intensiv, dass man soziale nicht ohne ökologische Ziele, wirtschaftliche nicht ohne soziale Ziele erreichen kann – und ökologische Ziele nicht ohne Einbeziehung der wirtschaftlichen und sozialen. Erst recht nicht, wenn man global denkt. Für eine zukunftsfähige Gesellschaft müssen wir diese Wechselwirkung systematisch berücksichtigen. Und danach handeln.
Engagementförderung

Freiwilliges, ehrenamtliches, bürgerschaftliches Engagement ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft. Für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Demokratie ist eine aktive Bürgergesellschaft unverzichtbar. Zur Lösung der gesellschaftlichen Herausforderungen brauchen wir die Beiträge der engagierten Bürgerschaft – ihr Mit-Anpacken und ihre Impulse an Staat und Wirtschaft, wie aktuell auch im Bereich Flüchtlingshilfe zu spüren. Millionen Menschen sind in Deutschland bereits engagiert, erzeugen bereits mit begrenzten Mitteln wichtigen sozialen, ökologischen und ökonomischen Nutzen. Weitere Millionen würden sich engagieren, wenn die Bedingungen stimmen – in Freiburg umgerechnet zehntausende BürgerInnen. Dieses Engagementpotential gilt es zu verwirklichen. Aber Bürgerengagement ist keine Selbstverständlichkeit. Um möglichst vielen BürgerInnen den Zugang zum Engagement zu erleichtern, braucht es vielfältige Unterstützung und eine systematische Engagementförderung, die sich immer fragt: „Was brauchen die Ehrenamtlichen?“ – für eine neue Kultur des selbstverständlichen Engagements und seiner Förderung.
Ein zentrales Haus

Was die Ehrenamtlichen in Freiburg dringend brauchen, ist unter anderem auch mehr Raum. Wir selbst und viele weitere Vereine leiden unter der Raumnot. Viele Vereine/ Initiativen sind über die ganze Stadt verstreut, was die öffentliche Wahrnehmung behindert, den Aufwand für die Abstimmung mit anderen Vereinen erhöht und ihre Unterstützung erschwert. Manche treffen sich unter ungünstigen Bedingungen. In den Räumen im Schwabentorring 2 herrscht teils Enge, nicht alle anfragenden Vereine/ Gruppen können aufgenommen werden, viele fragen nach einem Blick auf den vollen Raumbelegungsplan gar nicht erst an. Ein angemessen geräumiger zentraler Ort als Heimat für das bürgerschaftliche Engagement, der den Engagierten Raum kostengünstig oder kostenlos zur Verfügung stellt, kann besondere Wirkungen entfalten:

  • Er gibt mehr Frei- und Gestaltungsspielraum für vielfältige Initiativen, die bisher nicht Platz fanden.
  • Er gibt vielen Vereinen und Initiativen Planungssicherheit und dauerhafte Wirksamkeit.
  • Er kann dem Bürgerengagement dauerhaft mehr Sichtbarkeit und Bedeutung im Gemeinwesen geben und somit zum Mit-Anpacken anregen.
  • Er ermöglicht durch räumliche Nähe Synergien; Erfahrungsaustausch und Kooperationen werden einfacher.
  • Diese Bündelung kann auch für Stadtverwaltung und Gemeinderat interessant sein, denen an Übersicht und geregeltem Verhältnis zur aktiven Bürgergesellschaft liegt.
  • Nicht zuletzt kann eine solche Bündelung auf lange Sicht Kosten im Engagement und seiner Förderung reduzieren und seine Unterstützung damit erleichtern.

Gleichzeitig wäre das Haus des Engagements bei unserem bevorzugten Standort ein Stadtteil-Bürgertreff für die Wiehre. Der bevölkerungsreichste Stadtteil Freiburgs vermisst schon lange einen Ort, an dem sich die NachbarInnen treffen können und der Bürgerverein eine Heimat findet.

Ein Haus, das Vielfalt lebt

Wir wollen einen Platz für Vielfalt und Begegnung, mit Platz für Engagierte aller Engagementbereiche und Engagementmilieus, weil eine wirksame Engagementförderung diese Vielfalt würdigen und gezielt miteinander in Kontakt bringen will. So ist es möglich, daß Menschen miteinander in Kontakt kommen, die sich sonst eher nicht begegnen, daß Informationen und Erfahrungen ausgetauscht, Konzepte weiterentwickelt und Kooperationen angebahnt werden.